hibbelig, hubbelig, wibbelig
Montag, 20. November 2017
Strandspaziergang
® by schtueck
Wir gehen am Strand spazieren,
verlieren Sand zwischen den Zehen,
sehen am Horizont entlang.
Bang stehst du, du stehst und fragst:
Gehst du mit mir?
Hier, ich gehe hier.
...wurde im Genre Poesie am 20. November 2017 erstellt  am 20. November 2017

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Dienstag, 30. Mai 2017
Status wo
® by erli
Gekommen aus der dunklen Zeit
Hand in Hand und nur zu zweit
die eine und die gleiche Seele

Schweigend wie aus einer Kehle
traurig wie aus einem Herzen
Andacht der Gedächtnis-Kerzen

Aus Angst einander zu vertrauen
und sich heimlich zu durchschauen
in zarter Hoffnung nur verbunden

Stehen dort für ein Paar Stunden
in der Welt der tausend Glücke
Zwei und sehen fremde Blicke

aus schönen und vertrauten Augen
In dem Wunsch geliebt zu werden
begleitet von so vielen Scherben

Durchreisen sie die dunkle Zeit
Hand in Hand und nur zu zweit
...wurde im Genre Poesie am 30. Mai 2017 erstellt , zuletzt verändert von erli am 30. Mai 2017

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Dienstag, 14. Februar 2017
Haiku
® by schtueck
Rostiges Wasser.
Verwelkende Stiefmutter.
Quietschende Schaukel.
...wurde im Genre Haiku am 14. Februar 2017 erstellt  am 14. Februar 2017

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Haiku
® by schtueck
Grau-grüner Eisbär.
Der unüberwindliche Zaun.
Lachende Kinder.
...wurde im Genre Haiku am 14. Februar 2017 erstellt  am 14. Februar 2017

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Dienstag, 17. Januar 2017
Katharsis - Dämmerung
® by schtueck
Im kosmischen Stundenglas zerrinnt ein Mensch.
Zwischen Stürmen aus Wut und Liebe, Angst und Mut
in Dimensionen zerstreut, um Zeitalter gebeugt.
Tausendfach gebrochen; tausendfach gefügt.
Wenn Mut Moral bekämpft und Licht
von Glück so weit wie Dunkelheit;
wenn Liebe Grenzen sprengt und das zum Herzschlag
nicht Befähigte Vergänglichkeit verweigert,
fordert Leben eine neue Kraft.
Und aus den Splittern eines Seins wird eins und
aus der Glut der neugeborenen Seele
entsteht ein Werk.
...wurde im Genre Poesie am 17. Januar 2017 erstellt , zuletzt verändert von schtueck am 17. Januar 2017

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Dienstag, 6. September 2016
Der Einsame Thron
® by schtueck
Erfolg war dir im Leben hold,
in deinen Kammern glitzern Schmuck und Gold,
du sitzt nun oben – welch Blick! – auf einem Stuhl, verziert und schick.
Auf solcherlei Sicht ist mancher erpicht, doch hat er sie nicht, denn –
du hast sie und vergisst das nie.

Blick nach unten.
Schande, Scham.
Suchst, wer dir die Liebe nahm.
Fehlersuche. Leere. Absturz. Neustart.

Sitzt nun ganz weit oben, ganz allein,
gibst dir selbst den Kuss, kämpfst tapfer, mutig, furchtlos gegen alle, wenn du musst.
Ehre wem Ehre gebührt!
Musstest immer schon dein eigener Meister sein.
Wohin all dies führt?
Einer gegen alle? Wie gemein!
Soll dies der Lohn des Lebens sein?
Sie zerren und reißen an deinen Beinen; mancher hat bitteres Salz zu weinen.
Sehnst dich gen Himmel, wo nichts sich spiegelt,
Die Kammern versiegelt,
Schatz und Herz –
Eine Straße. Ein Sammler.
Unerträglich heimlich schleicht der Fehler sich ein – unsägliche Pein!
Die Kammern verrammelt, was bleibt laut genossen.
Laut gegen Angst. Angst. Angst.
Was ist der Schatz um den du wirklich bangst?
Die Kammern geschützt, wertvollstes Gut, selige Glut.
Und immer heizen und heizen und heizen.
Hast du deine Liebe verheizt?
Du hast dich selbst eingeschlossen.

Immer und immer zerren und reißen sie.
Blick nach unten.
Schande, Scham.
Suchst, wer dir die Liebe nahm.
Fehlersuche. Leere. Absturz. Neustart.

Hach! Ist das schön hier oben!
Sieh wie sie den Erbauer loben.
All die Bedürftigen, wie sie ihn preisen,
ihm laut und heiser seinen Respekt erweisen.
Hör zu! Hör zu! Hörst du den Respekt?
Ja! Ja! Wir hören! Wir hören wie er dir schmeckt!

Und zerren und reißen sie nicht doch?
Und graben sie nicht wenn sie nicht kriechen an deinem Stuhl?
Sie werden sich laben wie die Raben,
wenn sie dich kriegen geht es ab ins finsterste Loch!
Sie wollen es doch! Sie wollen es doch!

Blick nach innen.
Absturz. Neustart.

Lass Krumen fallen in die finsteren Hallen,
Respekt! Respekt!
Luftballons zum Platzen gefüllt mit Respekt!
Achtung! Achtung! Frische Achtung!
Vakuumiert und in Luftpolsterfolie verpackt,
die beim Öffnen schön raschelt und knackt.
Ab in die Kammern, orgiastischer Schmaus!
Alles hinein, bloß nichts hinaus.
Sei auf der Hut!
Wer Schwäche riecht, kriecht nicht gut.
Respekt gegen Krumen!
Brav!
So muss das sein.

Doch halt ein!
Sieh den Schimmer der Hoffnung am unteren Horizont –
es lichtet sich die Wolkenfront.
Frieden findet, wer Tränen vergießt;
sein Herz nicht vor Reue verschließt.

Furchen deiner Finger im harten Holz deiner Ehre.
Siehst du den Pfad, siehst du die Kehre?
Nimm Mut und nimm Weh,
du verfügst über beides, wie ich mit Zuversicht seh‘,
und schaffe Wehmut daraus.
So geht die Geschichte am Ende gut aus.

Willst du herrschen, in deiner Welt?
Frei und wie es dir gefällt?

Findest du Kraft dich zu erheben?
Findest du Kraft zu schweben?

Das Leben hat dir mehr zu geben.
Steig herab von deinem einsamen Thron.
Blick nach unten –
Schritt für Schritt.
Lächeln und offene Arme, kein Hohn.
Schritt nach unten –
sorgsam Tritt um Tritt.
Wir sind hier.
Wir helfen dir.
Steig herab von deinem einsamen Thron; es wartet fürstlicher Lohn.
Hier unten sind Menschen und wenn sie dich kriegen –
wollen sie dich lieben.

Das hast du gut gemacht; du hast das Meiste geschafft.
Nur das Schwerste steht noch bevor.
Nun löse die Klammern und öffne die Kammern.
Finde, was dein Ich früh verlor.

Blick nach innen.
...wurde im Genre Poesie am 06. September 2016 erstellt , zuletzt verändert von schtueck am 06. September 2016

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Mittwoch, 20. April 2016
Lichtblick
® by schtueck
Immer, wenn ich ins Licht blicke,
ist es so hell,
dass ich
– erschreckend –
schnell ins Dunkel gehe,
wo ich traurig klar sehe.
am 20. April 2016 erstellt , zuletzt verändert von schtueck am 20. April 2016

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Wirst schon sehen
® by schtueck
Eh‘ du dich versiehst,
ist unversehens Schluss mit einem Wiedersehen
ohne Weinen, ohne Flehen.
Nun gib gut Acht und pass auf wohin du willst,
zu einem Zeitpunkt, da du noch was giltst.
Du musst jetzt rasch alleine gehen;
Schön! – wenn sie sich sehnen,
denn ansonsten, wirst schon sehen:
Schläuche, Drähte, Kabelfernsehen
– alles was bleibt –
und aus Versehen falsch herum,
wenn nicht gar rundherum verkehrt getrag’ne Kleidungsstücke
(so dass wenigstens das Schild nicht kratzt, bitteschön).
Oder Schlimmeres.
Tiefer klaffen die Synapsenlücken
– wer war sie noch, wer war er
(mit dem schönen Lächeln; Zähne weiß! wie ein Gewehr)?
Willst nach Wissensbrocken greifen, saftig, lecker,
doch da hilft kein Bitten und kein Locken;
gehst den Wachen auf den Wecker.
Stubenhocken und Gemecker unvermeidlich;
– alles was bleibt –
Viel zu weit, die Weite, um sie flugs zu überbrücken.
Ich versteh‘ schon... willst noch einmal etwas bauen,
und wenn’s bloß ist mit den bloßen Händen auf den Putz zu hauen.
Mit der Bitte um Verzeihung:
Nach Ablauf deiner Tage,
ist dir nicht mehr gegeben,
als Mitleid und Erbarmen anzuhäufen.
Lass dir gesagt sein, nur ein Rat,
darfst dich ruhig schnäuzen, ohne Klage, allzu tiefes Seufzen:
Brauchst nicht ringen, brauchst nicht bauschen,
brauchst nicht mehr als still und froh den Vögelein zu lauschen;
sie singen dir ein Lied.
Besser, es ist unversehens Schluss!
Auf die Wange – hauch – ein letzter Kuss,
dann musst du gehen.
Es ist gut so, wirst schon sehen.
am 20. April 2016 erstellt , zuletzt verändert von schtueck am 20. April 2016

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Dienstag, 22. September 2015
Der Arzt ohne Grenzen: Eine nicht unpathetische Hymne.
® by jsteblue
Heißt: Die völlige Entgrenzung des idealen Arztes von intellektuellen, kulturellen, politischen und physischen Schranken aufgrund der Universalität seiner Kunst und seiner Werte, sowie seiner humanistischen Aufklärung und der sich daraus ergebenden Verantwortung.

Als Entschränkungs-Schranke bindet ihn nur sein Gewissen.

Als Bezwinger einer Unzahl herkulischer (MC)-Prüfungen entgrenzte er sich im Zuge seiner irdischen „Gottwerdung“ von Halbwissen, Vorurteil und Ressentiment. Er erkannte die Biologie, deren Methode, die Evolution, und somit den Sinn des Lebens und des Todes.

Durch das Schauen hinter die Kulissen der Erscheinung erkannte er Physik und Chemie als autonome Verrichter eines postulierten „Gotteswerks“.

Er erkannte somit die Identität Gottes mit der Welt und also dessen personale Nichtexistenz, worauf er sich von falschen Propheten, Aberglaube und schließlich der Religion selbst emanzipierte.

Psychologie, Neurowissenschaft und Soziologie ließen ihn blicken in die „Seele“ des Menschen und der Menschheit.

Er enttarnt nun das falsche „Wollen“ und das falsche „Sollen“.

Dem Sisyphos gleich wälzt er den Fels der Genesung auf den Gipfel der Erkrankung, wobei er seine Asche zu Berge und sein Feuer in die Täler trägt, um stets von Neuem zu beginnen.

Im Menschen wurde die Natur sich ihrer Selbst bewusst, und im Medicus das Bewusstsein sich seiner Verantwortung: Es wurde ethisch.

Der Arzt transzendierte den Menschen aus dem Jenseitigen in das Diesseitige, indem er ihn ins Leben zurückholte.

So starb der jenseitige Gott und mit ihm alle Frevelhaften, deren Drohungen und falsche Verheißungen. Hoffnung ward ersetzt durch Genesung, Glaube durch Gewissheit; und Liebe möglich.

Seitdem atmet der Mensch auch im Diesseits ein glücklicheres Leben.
...wurde im Genre Hybris am 22. September 2015 erstellt , zuletzt verändert von jsteblue am 28. April 2016

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Samstag, 6. Juni 2015
Des Autonomen Vermächtnis - Ein subtiles Gleichnis
® by jsteblue
Genossen, die Freiheit ist gekommen!

Nachdem nun der entscheidende Schritt der Emanzipation von der unterdrückenden Ordnung getan ist und wir unsere Nummernschilder abschrauben dürfen, kommt es noch besser als erwartet:

Inzwischen laufen alle Menschen vermummt durch die Gegend, bis an die Reißzähne bewaffnet; sie fröhnen ihrer individuellen, sich selbst helfenden Anarchie. Wer Ware nicht herausrücken will, weil er nicht weiß, mit wem er es da zu tun hat und ob er an Stelle einer Bezahlung eine Kugel duch den Kopf gejagt bekommt, der wird gleich prophylaktisch erschossen und überfahren:

-

Zudann Fahrerflucht, schnell unerkannt ins besetzte Haus zurück. Verdammt, da haben sich schon wieder andere Anarchos mein Heim unter den Nagel gerissen und empfangen mich mit roten Ziegelsteinen, die sie, vom Dach heruntergerissen, in Richtung meines besetzten Porsches schmeißen. Ich will die Bullen rufen, doch es stellt sich heraus, dass man gerade nicht auf dem Revier sei, man jage Verfassungsrichter, sagt der Anrufbeantworter.
Also nehme ich die Sache selbst in die Hand: Ich warte in einem Versteck bis Mitternacht, dann fahre ich zurück und zünde das Haus mit all den schlafenden Pennern darin an: Wenn es nicht mir gehören soll, dann keinem. Praktischerweise brennt es (ohne Dach gut durchlüftet) wie ein ausgedörrter Strohaufen herunter, bevor ich Probleme mit den Insassen bekomme.

Befreit und glücklich pflanze ich auf der lebensspendenden Asche ein Gemüsegärtchen und erfreue mich Tag für Tag meiner veganen Ernährung. Doch meine vegetative Idylle währt nicht lange: Eine Horde Kannibalen in Nadelstreifenanzügen überfällt meine Plantage und zertrampelt meine Bio-Produktion. Ich dezimiere sie mit meiner Schrotflinte, bis das Magazin leer geschossen ist und werde vom Rest gefangen genommen. Sie lassen mich leben, um ein Zeichen zu setzen: Als Tribut fordern sie nur meine linke Hand, die an Ort und Stelle amputiert und verspeist wird, dann ziehen sie weiter.

Unfähig, mit nur einer Hand meine Plantage weiter zu bewirtschaften, wechsele ich also meine Selbsterhaltungsstrategie, werde aber erneut prompt bei der Inanspruchnahme öffentlicher Lebensmittel des „Diebstahls“ überführt und vor ein Scharia-Tribunal gestellt. Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen – groß ist er und seine Güte - nimmt man mir auch die rechte Hand.

Traumatisiert ersetze ich meine Stummel jeweils durch eine schlagkräftige Beilprothese und eine Fasces, eine Rutenbündelprothese. Derartig bewaffnet verbünde ich mich mit anderen behinderten Scharia-Opfern zu einer kampfstarken Einsatzgruppe, die sich im Auspeitschen von Anarchos, Kapitalismus-Kannibalen und beschäftigungslosen Selbstmordbombern schnell einen Namen macht.

Als die Lebensmittel schließlich zur Neige gehen – die stillliegende Produktion ist ja ersetzt durch das Prinzip der Ent- und Aneignung der Produktionserzeugnisse – beschließe ich, die Ordnung wieder herzustellen: Meine Einsatzgruppe erhört das Flehen der Bevölkerung und exekutiert in einem mit unerbittlicher Härte und aller nötigen Konsequenz geführten Streich alle Staatsfeinde. Man erhebt mich in den Rang eines Führers auf Lebenszeit, bejubelt meinen Namen und unterwirft sich bereitwillig.
Meine Macht gebe ich nicht wieder her.
...wurde im Genre Parabel am 06. Juni 2015 erstellt , zuletzt verändert von jsteblue am 26. April 2016

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Mittwoch, 13. Mai 2015
Prometheus
® by jsteblue
Stets gefangen im Glutofen der Sachzwänge.
Was macht der Philosoph in der Menschenmenge?
Ideen entzündeten einst die Welt,
wo heute Einjeder sich selbst gefällt.

Drum verzehr dich nicht, lieber Idealist,
darüber die Welt Inspiration vergisst.
Vergieße sie selbst aus tiefster Kanne -
entfache ein Feuer, sei die Flamme!
...wurde im Genre Lyrik am 13. Mai 2015 erstellt , zuletzt verändert von jsteblue am 03. Dezember 2015

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Freitag, 27. Februar 2015
D-Mut
® by jsteblue
Dem Dichter deucht, dass dröge Dramen
dereinst doch dümmlich daherkamen.
Desweiteren denkt derselbe drein,
das dürfte diesmal Dürrenmatt sein.
...wurde im Genre Hybris am 27. Februar 2015 erstellt , zuletzt verändert von jsteblue am 28. April 2016

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Mittwoch, 10. September 2014
Der Kohlrausch
® by jsteblue
Gar Viele schon den Sitz ersuchten -
der Seele, und ihn doch verfluchten.
Einniemand konnt' ihn bisher finden,
im Claustrum konnt' sie keiner binden.

Bisher im Traume nur erdacht,
hat's nun ein Genius vollbracht!
Im Schweiße seines Angesichts
erfüllt' er des Gelehrten Pflicht.

Wie tief er schürfte und was er fand
(mit dem Finger seiner blut'gen Hand):

Dort drinnen, wo sein Nagel kroch,
tief in des Satans Schwefelloch,
den Duft eines Engels er roch!

Drückend, kratzend, sucht man weiter,
scheut er weder Qual noch Eiter:
S' ist des Entdeckers Eifer!

Vom Erkenntnisrausch gefangen,
voll von tiefbohrend' Verlangen
da sieht er alsbald schon blutrot -
doch erlöset erst spät der Tod.

Just in dem Moment er verblich,
- Heureka! Die Seel' so entwich.
Ein Opfer ward hier nun vollbracht,
auf dem Altar der Wissenschaft.

Was er vor seinem Tode noch lallte:
-"Sitz der Seele ist die Kohlrauschfalte."
...wurde im Genre Physikumsgedanken am 10. September 2014 erstellt , zuletzt verändert von jsteblue am 21. Februar 2015

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Samstag, 30. August 2014
Der tote Dichter
® by jsteblue
"Hat die Muse mir den Kuss verwehrt!
Wieder - mein Herz mit Wehmut beschwert!
Womit nur verdien' ich armer Schuft
solch Kälte emotionaler Wucht.

Ist's denn ein Mangel an Zucht?
- Oh weh. Wie gelingt die Flucht?

Mir vor mir selbst in die Gruft
weg von solch unheil'ger Luft!
Geschwängert von unzähmbar` Zorn:
tief sitzend der schwielende Dorn.

Der Galgen ist's,
an dem nun all meine Hoffnung hängt
- die Muse bricht's,
ihr Wort, das ich schon lange verdrängt."

-

Da baumelt der Dichter,
beleuchtet durch Lichter.
Er beendet sein Lied,
weil's die Menge vermied;
tot ist er nun.
Mag nur noch... ruhn.
...wurde im Genre Arschesie am 30. August 2014 erstellt , zuletzt verändert von jsteblue am 18. Juni 2015

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Samstag, 16. August 2014
Das Neueste aus der Welt
® by schtueck
Zuschauer angepisst: Fast alle Teilnehmer scheiden bei Ausdauerwettkampf aus

Vernachlässigte Ehefrau: Politiker widmet sich allein seinem Stab

Heftiger Berufsverkehr: Prostituierte kommt zu spät

Ungesunde Ernährung: Anwalt fristet fruchtlos sein Dasein

Das ist keine Rockmusik: Metalfans pfeifen auf Dudelsack

Hat die Nase voll: Allergiker will weniger Heu schnupfen

Findet Geiselnahme zum Kotzen: Kidnapper übergibt sich in die Hände der Ermittler

Banker überarbeitet: Version 2.0 endlich ohne Hunger und Müdigkeit

Hirn verbrannt: Kopfstand-Feuerschlucker-Experiment misslingt

Klappe halten: Regieassistent von komplexen Aufgaben ausgeschlossen

Kommt ganz groß raus: Model startet Karriere mit Absatz von Schuhen

Revierverhalten: Polizist gezwungen, Geliebte abzuschießen

Kennt ihren Mann nur flüchtig: Bonnie heiratet Clyde nach wenigen Wochen

Eingelocht: Schottischer Golfer schlägt immer ins Wasser

Licht ausgemacht: Kapitän kann dank Leuchtturm im Dunkeln navigieren

Preisnachlass: Erbe von Superstar weiß nicht wohin mit den Pokalen

Nimmt den letzten Zug: Raucher stirbt nachts auf Bahngleisen

Einbruch im Tierheim: Dutzende Raubkatzen vermisst

Gefährliche Neigung: Mann vögelt gerne auf dem schiefen Turm von Pisa

Fleischfressende Pflanze: Gärtner bietet gnadenlose Rabatte an

Aufschneider: Chirurg in Wahrheit nur gelangweilter Metzger

Hut ab: Möbelverkäufer hat gewaltigen Ständer

Brandopfer will nicht angeben: Versicherung besteht auf Hausratsliste
...wurde im Genre Nachrichten am 16. August 2014 erstellt , zuletzt verändert von schtueck am 26. August 2014

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Sonntag, 10. August 2014
Frühjahrsputz
® by jsteblue
Es riecht der Schacht, denn Tote stinken,
Skalpelle flau im Lichte blinken.
Und dort, vom Fenster her durchbricht
den düst'ren Raum ein warmes Licht.

Im Präpsaal kniet bei Kerzenschimmer:
Doktor Deller vorm Leichenzimmer.

In dieser freudig-schönen Nacht
hat er Herrn Stehle umgebracht.
Denn bei des Institutes Pflege
schien der gar lange Zeit im Wege.

So kam er mit sich überein,
so schnell als möglich soll es sein!

-

Und als das Körflein ging zur Ruh',
Prof. Rami tat die Augen zu,
erlegte er direkt von vorn,
den Stehle über Kimm' und Korn.

Vom Knall geweckt rümpft nur der Rami
zwei-, dreimal den depressor nasi.
Und ruhet weiter, dort verdunkelt,
im Nebenzimmer, wie man munkelt.

Doch in dem großen Saale drinnen,
da läuft das tote Blut in Rinnen.

Voll Sorgfalt hat er ungeniert
bis zur Symphyse präpariert
(behielt sich als Erinnerungsstück
nur das Teil des Appendix zurück)-,
doch hastig, Deller muss sich eilen!
Stehle professoral zerteilen:

Schnell hat er ihn bis auf die Knochen
nach seiner Sitte aufgebrochen.
Er sägt zum Schluss, es geht auf drei,
den Kopf zu partes - viererlei.

-

Jetzt tönt es nah aus Nebenzellen,
im Bau, da hört man Hunde bellen!
-"Wer ist's der in so tiefer Nacht,
darhier schon seine Runde macht?!"

Die Putzfrau kommt mit weißen Kitteln
barfüßig rutschend angeglitten.

"He, guter Mann, habt ihr noch Sachen,
die Sauberfrauen Freude machen?"
(Des Stehles Leich' schon abgebaut,
in zehn Paketen tief verstaut)-,
"Die vielen Bündel, eil'ge Frau,
sind alles, was ich geben trau'."

-

Die Unratstonnen poltern leise,
ein Müllmann schickt sie auf die Reise.
Als gelblich Säcklein wohlbekannt -
mit Sondermüll hat man's verbrannt.


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In memoriam, Loriot (1923-2011): "Advent"


Ins Vorklinische translatiert von jsteblue
...wurde im Genre Remake am 10. August 2014 erstellt , zuletzt verändert von jsteblue am 23. Februar 2015

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